
Manchmal zählt einfach nur dieser Moment
Vor gerade einmal 14 Tagen haben wir gemeinsam auf neue Lebensabschnitte angestoßen. Heute weiß ich wieder, warum man genau solche kleinen Momente festhalten sollte – denn manchmal verändert sich das Leben schneller, als man denkt.
Vor 14 Tagen saßen wir noch zusammen und haben auf unsere neuen Lebensabschnitte angestoßen.
Auf all das, was vor uns liegt. Auf neue Aufgaben, neue Projekte und neue Wege.
Und wenn ich heute darüber nachdenke, ist es eigentlich unglaublich, wie viel sich in gerade einmal zwei Wochen verändern kann.
Leider eben auch nicht immer zum Positiven.
Mein Sohn ist mit seiner Lehre momentan sehr unglücklich. Dabei ist es gar nicht unbedingt die Arbeit selbst, die ihm zu schaffen macht. Es ist vielmehr das Zwischenmenschliche.
Und gerade bei ihm tut mir das besonders leid, weil ihm das wichtiger ist, als die Arbeit an sich.
Er hatte sich diesen neuen Lebensabschnitt anders vorgestellt.
Wir wahrscheinlich auch.
Und plötzlich sieht etwas, auf das man sich gefreut hat, ganz anders aus als noch vor zwei Wochen.
Auch bei mir passiert gerade unglaublich viel.
Mein Blog ist gerade erst online gegangen. Natürlich weiß ich, dass da nicht vom ersten Tag an plötzlich Hunderte Menschen darauf warten, meine Geschichten zu lesen.
Das wäre wahrscheinlich auch ein bisschen viel verlangt.
Und trotzdem bin ich gedanklich schon wieder bei den nächsten Ideen, probiere Dinge aus und überlege, was daraus noch alles werden könnte.
Und dann ist da meine Tochter.
Morgen ist endlich dieser Termin, auf den wir so lange hingearbeitet haben.
Jetzt sind wir tatsächlich in Berlin.
Aufgeregt. Neugierig. Gespannt darauf, was morgen passiert.
Und wenn ich ganz ehrlich bin, sehe ich momentan manchmal auch ein bisschen schwarz.
Sollte man wahrscheinlich nicht.
Aber so fühlt es sich gerade eben an.
Und trotzdem sitze ich jetzt hier.
Vor unserem Hotel ist ein Irish Pub. Es läuft Livemusik. Ich habe mir einen Cocktail geholt, meine Tochter ist schon nach oben gegangen, um zu duschen und sich für morgen fertig zu machen.
Und ich sitze hier alleine auf einer kleinen Bank.
Vor mir die bunten Lichter.
Die Musik.
Menschen, die reden und lachen.
Das Leben.
Und auf einmal denke ich wieder an diesen Abend vor 14 Tagen.
Vielleicht muss man diese kleinen Momente wirklich viel bewusster festhalten.
Diese Augenblicke, in denen gerade einfach alles gut ist.
In denen man glücklich ist.
Voller Hoffnung.
Voller Erwartungen an das, was vor einem liegt.
Nicht, weil dieses Gefühl für immer bleiben wird.
Vielleicht gerade deshalb.
Denn zwei Wochen später kann die Welt schon wieder ganz anders aussehen.
Das bedeutet aber nicht, dass dieser schöne Moment damals weniger wert war.
Im Gegenteil.
In diesem Augenblick waren wir glücklich. Und genau das war echt.
Und heute ist wieder so ein Moment.
Vielleicht nicht vollkommen unbeschwert. Dafür ist gerade zu viel los.
Aber trotzdem schön.
Dass wir überhaupt hier in Berlin sind und morgen diese Erfahrung machen dürfen, haben ganz viele Menschen mit möglich gemacht. Menschen, die uns unterstützt, an meine Tochter geglaubt und uns geholfen haben, überhaupt bis hierher zu kommen.
Und morgen werden wir unser Bestes geben.
Mehr können wir nicht machen.
Natürlich hoffen wir, dass es weitergeht. Aber selbst wenn nicht, muss das nicht automatisch bedeuten, dass diese Erfahrung etwas Negatives war.
Vielleicht öffnet sich dadurch irgendwann ein anderer Weg. Vielleicht nimmt man etwas daraus mit, von dem man heute noch überhaupt nicht weiß, wofür es einmal gut sein wird.
Man weiß eben nie, welche Wege sich plötzlich öffnen.
Morgen ist morgen.
Mit all der Aufregung, den Hoffnungen und vielleicht auch der Enttäuschung, falls es anders läuft, als wir es uns wünschen.
Aber jetzt gerade ist jetzt.
Und diesen Moment möchte ich einfach festhalten.
Ich genieße die Musik.
Ich genieße die Lichter.
Ich genieße die Menschen.
Und das Leben.
Bereich: Aktuelles
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