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Welcher Arzt ist wofür zuständig? – Fachrichtungen einfach erklärt
WissensartikelKrankheiten verstehen05. September 2026· 13 Min. Lesezeit

Welcher Arzt ist wofür zuständig? – Fachrichtungen einfach erklärt

Kardiologie, Neurologie, Gastroenterologie – welcher Arzt macht eigentlich was? Hier findest du die wichtigsten ärztlichen Fachrichtungen einfach erklärt und erfährst, wohin du dich wenden kannst, wenn du selbst nicht weißt, welcher Arzt der richtige ist. Außerdem erkläre ich, wann die Hausarztpraxis, die 116117 oder die 112 die richtige Anlaufstelle ist.

Welcher Arzt ist wofür zuständig? – Fachrichtungen einfach erklärt

Wer Beschwerden hat und einen Arzt braucht, steht manchmal schon vor der ersten Frage:

Zu welchem Arzt gehe ich eigentlich?

Bei Rückenschmerzen denkt man vielleicht an Orthopädie. Bei Herzbeschwerden an Kardiologie. Aber was ist bei Schwindel? HNO oder Neurologie? Und gehört Atemnot automatisch zum Lungenarzt?

So einfach lässt sich das oft nicht beantworten.

Viele Beschwerden können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb soll diese Übersicht nicht dabei helfen, selbst eine Diagnose zu stellen. Sie soll erklären, wie die wichtigsten ärztlichen Fachgebiete aufgebaut sind, wie sie auf Deutsch heißen, welcher Fachbegriff dahintersteht und welcher Arzt dafür zuständig ist.

Denn viele Facharztbezeichnungen gehören zu größeren medizinischen Bereichen.

Ein Kardiologe gehört beispielsweise zur Inneren Medizin. Orthopädie und Unfallchirurgie gehören zum großen Gebiet der Chirurgie.

Wenn man diese Zusammenhänge kennt, wird der vermeintliche Dschungel der Arztbezeichnungen schon deutlich übersichtlicher.

Hausärztliche Versorgung – häufig der erste Weg

Deutsche Bezeichnung: Hausärztliche Versorgung Medizinischer Fachbereich: Allgemeinmedizin oder hausärztlich tätige Innere Medizin Arztbezeichnung: Hausärztin oder Hausarzt

Bei neuen oder unklaren Beschwerden ist die Hausarztpraxis häufig eine gute erste Anlaufstelle.

Hausärztinnen und Hausärzte können Beschwerden zunächst einordnen, Untersuchungen durchführen und viele Erkrankungen selbst behandeln.

Wenn eine weitere Abklärung notwendig ist, können sie einschätzen, welche Fachrichtung sinnvoll sein könnte und die weitere Behandlung mit koordinieren.

Wichtig zu wissen:

Nicht jeder Hausarzt ist Facharzt für Allgemeinmedizin. Auch Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin können hausärztlich tätig sein.

Wenn du unsicher bist, kannst du zunächst in deiner Hausarztpraxis anrufen und deine Beschwerden schildern. Die Praxis kann dir sagen, ob du einen Termin brauchst, direkt kommen solltest oder ob eine andere Anlaufstelle sinnvoll ist.

Innere Medizin – Herz, Lunge, Nieren, Verdauung und Stoffwechsel

Deutsche Bezeichnung: Innere Medizin Medizinischer Fachbegriff: Innere Medizin Arztbezeichnung: Internistin oder Internist

Die Innere Medizin ist eines der großen medizinischen Fachgebiete.

Sie beschäftigt sich mit Erkrankungen der inneren Organe und vielen Vorgängen im Körper.

Dazu gehören unter anderem Herz und Kreislauf, Lunge, Verdauungsorgane, Nieren, Hormone, Stoffwechsel, Blut und Gefäße.

Weil dieses Gebiet so groß ist, gibt es verschiedene Spezialisierungen. Dazu gehören Kardiologie, Pneumologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Endokrinologie und Diabetologie sowie weitere Schwerpunkte. Die aktuelle Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer ordnet diese Schwerpunkte der Inneren Medizin zu.

Herz und Kreislauf – Kardiologie

Deutsche Bezeichnung: Herzmedizin Medizinischer Fachbegriff: Kardiologie Arztbezeichnung: Kardiologin oder Kardiologe

Die Kardiologie beschäftigt sich mit Erkrankungen des Herzens und des Herz-Kreislauf-Systems.

Dort können beispielsweise bekannte Herzerkrankungen, bestimmte Herzrhythmusstörungen oder Beschwerden untersucht werden, bei denen eine Herzerkrankung vermutet wird.

Wichtig:

Plötzlich starke Brustschmerzen, schwere Atemnot oder Bewusstlosigkeit gehören nicht in die Warteschlange für einen normalen Kardiologietermin.

Bei einem medizinischen Notfall gilt: 112.

Lunge und Atemwege – Pneumologie

Deutsche Bezeichnung: Lungenheilkunde Medizinischer Fachbegriff: Pneumologie Arztbezeichnung: Pneumologin oder Pneumologe, umgangssprachlich auch Lungenärztin oder Lungenarzt

Die Pneumologie beschäftigt sich mit Erkrankungen der Lunge und der Atemwege.

Dort werden beispielsweise chronische Lungenerkrankungen oder länger bestehende Beschwerden untersucht, bei denen Lunge und Atemwege genauer abgeklärt werden sollen.

Auch hier gilt:

Plötzlich auftretende schwere Atemnot kann ein Notfall sein.

Magen, Darm und Verdauungsorgane – Gastroenterologie

Deutsche Bezeichnung: Medizin des Verdauungssystems Medizinischer Fachbegriff: Gastroenterologie Arztbezeichnung: Gastroenterologin oder Gastroenterologe

Die Gastroenterologie beschäftigt sich mit Erkrankungen des Verdauungssystems.

Dazu gehören unter anderem:

  • Speiseröhre
  • Magen
  • Darm
  • Leber
  • Gallenwege
  • Bauchspeicheldrüse

Dort können beispielsweise länger anhaltende oder ungeklärte Beschwerden des Verdauungssystems weiter untersucht werden.

Nieren – Nephrologie

Deutsche Bezeichnung: Nierenheilkunde Medizinischer Fachbegriff: Nephrologie Arztbezeichnung: Nephrologin oder Nephrologe

Die Nephrologie beschäftigt sich mit Erkrankungen und Funktionsstörungen der Nieren.

Dort können beispielsweise auffällige Nierenwerte, bekannte Nierenerkrankungen oder eine eingeschränkte Nierenfunktion weiter untersucht und behandelt werden.

Wichtig ist die Abgrenzung zur Urologie:

Nephrologie beschäftigt sich besonders mit der Funktion der Nieren. Urologie beschäftigt sich mit den Harnwegen und zusätzlich mit den männlichen Geschlechtsorganen.

Hormone und Stoffwechsel – Endokrinologie

Deutsche Bezeichnung: Hormonmedizin Medizinischer Fachbegriff: Endokrinologie Arztbezeichnung: Endokrinologin oder Endokrinologe

Die Endokrinologie beschäftigt sich mit Hormonen und den Organen, die Hormone bilden.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Schilddrüse
  • Nebennieren
  • Hirnanhangsdrüse

Dort können unter anderem bestimmte Störungen des Hormonhaushalts untersucht werden.

Diabetes – Diabetologie

Deutsche Bezeichnung: Diabetesmedizin Medizinischer Fachbegriff: Diabetologie Arztbezeichnung: Diabetologin oder Diabetologe

Die Diabetologie beschäftigt sich besonders mit Diabetes mellitus und seinen verschiedenen Formen.

Wichtig:

Nicht jeder Mensch mit Diabetes muss automatisch ausschließlich in einer diabetologischen Praxis behandelt werden.

Auch Hausarztpraxen übernehmen einen wichtigen Teil der Versorgung. Je nach Form des Diabetes, Verlauf, Medikamenten und möglichen Folgeproblemen kann eine spezialisierte diabetologische Betreuung sinnvoll sein.

Blut – Hämatologie

Deutsche Bezeichnung: Blutmedizin Medizinischer Fachbegriff: Hämatologie Arztbezeichnung: Hämatologin oder Hämatologe

Die Hämatologie beschäftigt sich mit Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe.

Dort können beispielsweise bestimmte Formen der Blutarmut oder auffällige Veränderungen der Blutzellen untersucht werden.

Die Hämatologie gehört zur Inneren Medizin.

Krebserkrankungen – Onkologie

Deutsche Bezeichnung: Krebsmedizin Medizinischer Fachbegriff: Onkologie Arztbezeichnung: Onkologin oder Onkologe

Die Onkologie beschäftigt sich mit Krebserkrankungen.

Dabei ist wichtig:

Nicht jede Krebserkrankung wird ausschließlich von einer Onkologin oder einem Onkologen behandelt.

Je nachdem, welches Organ betroffen ist, können auch andere Fachrichtungen beteiligt sein, zum Beispiel Chirurgie, Gynäkologie, Urologie oder Strahlentherapie.

Rheumatische Erkrankungen – Rheumatologie

Deutsche Bezeichnung: Medizin für entzündlich-rheumatische Erkrankungen Medizinischer Fachbegriff: Rheumatologie Arztbezeichnung: Rheumatologin oder Rheumatologe

Die Rheumatologie beschäftigt sich insbesondere mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Diese können Gelenke betreffen, teilweise aber auch andere Organe oder Körperbereiche.

Deshalb gilt:

Gelenkschmerzen bedeuten nicht automatisch Rheuma und sind auch nicht automatisch rein orthopädisch.

Blutgefäße – Angiologie

Deutsche Bezeichnung: Gefäßmedizin Medizinischer Fachbegriff: Angiologie Arztbezeichnung: Angiologin oder Angiologe

Die Angiologie beschäftigt sich mit Erkrankungen der Blutgefäße und Teilen des Lymphsystems.

Dazu gehören beispielsweise bestimmte Durchblutungsstörungen oder Erkrankungen von Arterien und Venen.

Chirurgie – wenn operative Behandlung eine Rolle spielt

Deutsche Bezeichnung: Chirurgie Medizinischer Fachbegriff: Chirurgie Arztbezeichnung: Chirurgin oder Chirurg

Die Chirurgie beschäftigt sich mit Erkrankungen und Verletzungen, bei denen operative Verfahren eine wichtige Rolle spielen können.

Auch die Chirurgie ist in verschiedene Fachrichtungen unterteilt. Dazu gehören unter anderem Allgemeinchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Viszeralchirurgie und Gefäßchirurgie.

Allgemeine operative Versorgung – Allgemeinchirurgie

Deutsche Bezeichnung: Allgemeine Chirurgie Medizinischer Fachbegriff: Allgemeinchirurgie Arztbezeichnung: Allgemeinchirurgin oder Allgemeinchirurg

Die Allgemeinchirurgie beschäftigt sich mit verschiedenen operativ behandelbaren Erkrankungen und Verletzungen.

Welche Eingriffe dort durchgeführt werden, hängt stark von Praxis oder Klinik ab.

Knochen, Gelenke und Bewegungsapparat – Orthopädie und Unfallchirurgie

Deutsche Bezeichnung: Medizin für Bewegungsapparat und Verletzungen Medizinischer Fachbegriff: Orthopädie und Unfallchirurgie Arztbezeichnung: Orthopädin oder Orthopäde beziehungsweise Fachärztin oder Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Dieses Fachgebiet beschäftigt sich mit Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparates.

Dazu gehören:

  • Knochen
  • Gelenke
  • Wirbelsäule
  • Muskeln
  • Sehnen
  • Bänder

Dort können beispielsweise länger bestehende Gelenkbeschwerden, bestimmte Rückenprobleme, Fehlstellungen oder Verletzungen untersucht werden.

Wichtig:

Rückenschmerzen bedeuten nicht automatisch, dass ihre Ursache orthopädisch ist.

Bauchorgane – Viszeralchirurgie

Deutsche Bezeichnung: Chirurgie der inneren Organe, besonders im Bauchraum Medizinischer Fachbegriff: Viszeralchirurgie Arztbezeichnung: Viszeralchirurgin oder Viszeralchirurg

Die Viszeralchirurgie beschäftigt sich mit operativen Behandlungen beispielsweise an Magen, Darm, Leber, Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse.

Blutgefäße – Gefäßchirurgie

Deutsche Bezeichnung: Gefäßchirurgie Medizinischer Fachbegriff: Gefäßchirurgie Arztbezeichnung: Gefäßchirurgin oder Gefäßchirurg

Die Gefäßchirurgie behandelt Erkrankungen der Blutgefäße, bei denen operative oder andere gefäßchirurgische Verfahren notwendig sein können.

Gehirn und Nervensystem – Neurologie

Deutsche Bezeichnung: Nervenheilkunde Medizinischer Fachbegriff: Neurologie Arztbezeichnung: Neurologin oder Neurologe

Die Neurologie beschäftigt sich mit Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und der Nerven. Auch bestimmte Erkrankungen der Muskulatur gehören dazu.

Dort können zum Beispiel bestimmte Bewegungsstörungen, Zittern, Gefühlsstörungen, Gangprobleme oder bekannte neurologische Erkrankungen untersucht werden.

Wichtig:

Plötzlich auftretende Lähmungen oder Sprachstörungen können Zeichen eines Schlaganfalls sein. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall gilt: 112.

Operative Behandlung von Gehirn und Nerven – Neurochirurgie

Deutsche Bezeichnung: Chirurgie des Gehirns, Rückenmarks und Nervensystems Medizinischer Fachbegriff: Neurochirurgie Arztbezeichnung: Neurochirurgin oder Neurochirurg

Die Neurochirurgie beschäftigt sich mit Erkrankungen und Verletzungen des Nervensystems, die operativ behandelt werden können.

Sie ist nicht dasselbe wie Neurologie.

Vereinfacht:

Neurologie untersucht und behandelt neurologische Erkrankungen überwiegend ohne Operation. Neurochirurgie übernimmt operative Behandlungen.

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Deutsche Bezeichnung: Frauenheilkunde und Geburtshilfe Medizinischer Fachbegriff: Gynäkologie und Geburtshilfe Arztbezeichnung: Gynäkologin oder Gynäkologe, häufig Frauenärztin oder Frauenarzt genannt

Die Gynäkologie beschäftigt sich mit der Gesundheit und Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane.

Auch Schwangerschaft und Geburt gehören zu diesem Gebiet.

Dort geht es beispielsweise um:

  • Beschwerden der weiblichen Geschlechtsorgane
  • Veränderungen der Regelblutung
  • Verhütung
  • Schwangerschaft
  • bestimmte Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen

Kinder und Jugendliche

Deutsche Bezeichnung: Kinder- und Jugendmedizin Medizinischer Fachbegriff: Pädiatrie Arztbezeichnung: Kinder- und Jugendärztin oder Kinder- und Jugendarzt

Die Kinder- und Jugendmedizin beschäftigt sich mit Gesundheit, Entwicklung und Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen.

Kinderärztinnen und Kinderärzte behandeln nicht nur akute Erkrankungen, sondern begleiten auch die körperliche und geistige Entwicklung und führen Früherkennungsuntersuchungen durch.

Augen und Sehvermögen

Deutsche Bezeichnung: Augenheilkunde Medizinischer Fachbegriff: Ophthalmologie Arztbezeichnung: Augenärztin oder Augenarzt

Die Augenheilkunde beschäftigt sich mit Erkrankungen der Augen und Veränderungen des Sehvermögens.

Dort können beispielsweise schlechter werdendes Sehvermögen oder andere auffällige Veränderungen untersucht werden.

Plötzlicher Sehverlust oder schwere plötzlich auftretende Sehstörungen müssen dringend medizinisch abgeklärt werden.

Hals, Nase und Ohren

Deutsche Bezeichnung: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde Medizinischer Fachbegriff: Otorhinolaryngologie Arztbezeichnung: HNO-Ärztin oder HNO-Arzt

Zum HNO-Bereich gehören unter anderem:

  • Ohren und Hören
  • Nase und Nasennebenhöhlen
  • Rachen
  • Kehlkopf

Auch bestimmte Formen von Schwindel können mit dem Innenohr zusammenhängen.

Aber:

Schwindel bedeutet nicht automatisch HNO.

Bei neuem und ungeklärtem Schwindel kann deshalb zunächst die Hausarztpraxis sinnvoll sein.

Haut

Deutsche Bezeichnung: Hautheilkunde Medizinischer Fachbegriff: Dermatologie Arztbezeichnung: Hautärztin oder Hautarzt beziehungsweise Dermatologin oder Dermatologe

Die Dermatologie beschäftigt sich mit Erkrankungen und Veränderungen der Haut.

Dort können beispielsweise länger bestehende, unklare oder behandlungsbedürftige Hautveränderungen untersucht werden.

Harnwege und männliche Geschlechtsorgane – Urologie

Deutsche Bezeichnung: Medizin der Harnwege und männlichen Geschlechtsorgane Medizinischer Fachbegriff: Urologie Arztbezeichnung: Urologin oder Urologe

Hier gibt es einen wichtigen Irrtum:

Ein Urologe ist kein reiner Männerarzt.

Auch Frauen können und werden urologisch behandelt.

Die Urologie beschäftigt sich bei Frauen und Männern unter anderem mit:

  • Harnblase
  • Harnleiter
  • Harnröhre
  • bestimmten Erkrankungen der Nieren
  • Problemen beim Wasserlassen
  • wiederkehrenden oder komplizierten Erkrankungen der Harnwege

Bei Männern kommen zusätzlich die männlichen Geschlechtsorgane hinzu.

Auch Frauen können deshalb beispielsweise bei wiederkehrenden, komplizierten oder anderweitig abklärungsbedürftigen Harnwegsproblemen in einer urologischen Praxis richtig sein.

Ein einfacher Harnwegsinfekt muss allerdings nicht automatisch beim Urologen behandelt werden. Je nach Situation können auch Hausarztpraxis oder Frauenarztpraxis erste Anlaufstellen sein.

Psychische Erkrankungen

Deutsche Bezeichnung: Psychiatrie und Psychotherapie Medizinischer Fachbegriff: Psychiatrie und Psychotherapie Arztbezeichnung: Psychiaterin oder Psychiater

Psychiaterinnen und Psychiater sind Ärztinnen und Ärzte.

Sie untersuchen und behandeln psychische Erkrankungen und können als Ärzte auch Medikamente verordnen.

Bei neuen oder unklaren psychischen Beschwerden kann ebenfalls zunächst die Hausarztpraxis sinnvoll sein.

Weitere wichtige Fachrichtungen – kurz erklärt

Nicht jede Fachrichtung muss man als Patient selbst direkt aufsuchen. Trotzdem begegnen einem manche Begriffe immer wieder.

Radiologie – medizinische Bildgebung, zum Beispiel Röntgen, CT oder MRT. Radiologin oder Radiologe

Anästhesiologie – Narkose, Überwachung bei Operationen sowie Teile der Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin. Anästhesistin oder Anästhesist

Strahlentherapie – Behandlung bestimmter Erkrankungen, insbesondere Krebserkrankungen, mit gezielt eingesetzter Strahlung. Strahlentherapeutin oder Strahlentherapeut

Allergologie – beschäftigt sich mit Allergien. Allergologie ist häufig eine zusätzliche Spezialisierung innerhalb anderer Fachrichtungen, zum Beispiel HNO, Dermatologie oder Pneumologie.

Diese Bereiche sind wichtig, aber sie sind meist nicht die erste Anlaufstelle bei neuen unklaren Beschwerden.

Ich weiß trotzdem nicht, welcher Arzt der richtige ist – was jetzt?

Das ist völlig normal.

Vielleicht hast du Beschwerden, kannst aber überhaupt nicht einschätzen, woher sie kommen.

Vielleicht weißt du nicht, ob du zum Hausarzt, zum Neurologen, zum HNO-Arzt oder zu einer ganz anderen Praxis solltest.

Du musst das nicht selbst herausfinden.

Bei neuen oder ungeklärten Beschwerden ist die Hausarztpraxis häufig ein guter erster Wegweiser.

Dort können Beschwerden zunächst untersucht und eingeordnet werden.

Und wenn du keinen Hausarzt hast oder überhaupt nicht weißt, wohin du dich wenden sollst, gibt es zusätzlich die 116117.

116117 – wenn du nicht weißt, wohin oder dringend Hilfe brauchst

Die 116117 ist der Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Die 116117 bietet mehrere verschiedene Hilfen an:

Patienten-Navi

Wenn du denkst:

„Mir geht es nicht gut, aber ich weiß überhaupt nicht, welche medizinische Hilfe ich brauche.“

kannst du das Patienten-Navi nutzen.

Dort werden Fragen zu deinen Beschwerden gestellt. Anschließend bekommst du eine Empfehlung, wie dringend eine Behandlung sein sollte und welche Art von medizinischer Versorgung passend sein kann.

Wichtig:

Das Patienten-Navi stellt keine Diagnose. Es hilft bei der Orientierung.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst

Die 116117 ist auch die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Er ist für Situationen gedacht, in denen du außerhalb der normalen Praxiszeiten dringend ärztliche Hilfe brauchst, deine Beschwerden aber nicht lebensbedrohlich sind und nicht bis zur nächsten regulären Sprechstunde warten können.

Du kannst die 116117 rund um die Uhr erreichen.

Dort kann dir gesagt werden, an wen du dich wenden kannst. Bei Bedarf kann dein Anliegen an eine Ärztin oder einen Arzt weitergeleitet werden. Du kannst erfahren, wo sich die nächste Bereitschaftspraxis befindet. In bestimmten Situationen kann auch ein Arzt oder eine Ärztin zu dir nach Hause kommen.

Arztsuche

Über die 116117 kannst du nach Arzt- und Psychotherapiepraxen in deiner Nähe suchen.

Das ist hilfreich, wenn du weißt, welche Fachrichtung du brauchst, aber noch keine passende Praxis kennst.

Terminservice

Der Patientenservice bietet außerdem einen Terminservice.

Gesetzlich Versicherte können darüber – je nach Fachrichtung und Voraussetzungen – Unterstützung bei der Suche beziehungsweise Buchung eines Arzt- oder Psychotherapietermins erhalten.

Der Terminservice ist online verfügbar und kann auch telefonisch über die 116117 genutzt werden.

Wann ist die 116117 also richtig?

Zum Beispiel wenn:

  • du nicht weißt, welche medizinische Hilfe du bei akuten Beschwerden brauchst
  • du eine Arzt- oder Psychotherapiepraxis suchst
  • du Unterstützung bei der Terminvermittlung brauchst
  • du außerhalb der normalen Praxiszeiten dringend ärztliche Hilfe benötigst
  • deine Beschwerden nicht lebensbedrohlich sind, aber nicht bis zur nächsten regulären Sprechstunde warten können

Die 116117 ist nicht für lebensbedrohliche Notfälle gedacht.

112 – wenn es ein medizinischer Notfall ist

Die 112 ist die Notrufnummer.

Sie ist richtig, wenn ein medizinischer Notfall besteht oder möglicherweise Lebensgefahr beziehungsweise die Gefahr schwerer gesundheitlicher Schäden besteht.

Dazu können zum Beispiel gehören:

  • Bewusstlosigkeit
  • schwere Atemnot
  • Verdacht auf Schlaganfall
  • Verdacht auf Herzinfarkt
  • schwere Verletzungen
  • andere möglicherweise lebensbedrohliche Situationen

Dann sollte nicht erst nach einem Facharzt gesucht und nicht auf einen normalen Termin gewartet werden.

Bei lebensbedrohlichen Notfällen verweist auch die 116117 ausdrücklich auf die 112.

Einfach merken

Neue oder ungeklärte Beschwerden und kein Notfall: Oft ist die Hausarztpraxis ein guter erster Weg.

Du weißt nicht, welche Hilfe du brauchst: 116117 beziehungsweise Patienten-Navi.

Du suchst eine Arztpraxis: Arztsuche der 116117.

Du brauchst Unterstützung bei einem Facharzttermin: Terminservice der 116117.

Dringende Beschwerden außerhalb der normalen Praxiszeiten, aber nicht lebensbedrohlich: 116117.

Medizinischer Notfall oder mögliche Lebensgefahr: 112.

Wichtig zu wissen

Diese Übersicht soll Orientierung geben.

Sie kann nicht entscheiden, welche Fachrichtung bei einem bestimmten Menschen tatsächlich die richtige ist.

Der menschliche Körper lässt sich nicht immer sauber in einzelne Fachgebiete aufteilen.

Schwindel ist nicht automatisch HNO. Atemnot ist nicht automatisch Pneumologie. Brustschmerzen bedeuten nicht automatisch Kardiologie.

Wenn die Ursache unklar ist, ist eine medizinische Einschätzung wichtiger als der Versuch, sich selbst einer Fachrichtung zuzuordnen.

Quellen

Bundesärztekammer: Aktuelle Muster-Weiterbildungsordnung und Muster-Logbücher zu den ärztlichen Fachgebieten und Spezialisierungen. Die Muster-Weiterbildungsordnung wurde zuletzt am 03.07.2026 aktualisiert. Rechtlich verbindlich sind die jeweiligen Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern.

Patientenservice 116117 / Kassenärztliche Bundesvereinigung: Informationen zum Patienten-Navi, ärztlichen Bereitschaftsdienst, zur Arzt- und Psychotherapeutensuche und zum Terminservice.

Bundesministerium für Gesundheit: Informationen zur freien Arztwahl in Deutschland.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle ärztliche Untersuchung oder medizinische Beratung.

Bereich: Krankheiten verstehen

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