
Berlin – wir müssen nur erst mal ankommen
Teil der Serie: Wenn aus Singen im Badezimmer plötzlich The Voice Kids wird
Heute war es endlich so weit: Auf nach Berlin. Eigentlich ganz einfach – wenn nicht Erkältung, Zugverspätung, ein überfüllter ICE und ein technischer Defekt beschlossen hätten, unsere Anreise gleich zum ersten kleinen Abenteuer zu machen.
Heute war es endlich so weit.
Wir fahren nach Berlin.
Extra am Nachmittag, weil vormittags eigentlich noch Schule gewesen wäre. Eigentlich.
Denn meine Tochter war vor Aufregung schon so mit den Nerven am Ende, dass ich irgendwann beschlossen habe, sie zu Hause zu lassen.
Und als wäre die Aufregung nicht schon genug, kamen natürlich auch noch Halsschmerzen und eine leichte Erkältung dazu.
Wie sollte es auch anders sein?
Wir haben schon vorher alles beim HNO-Arzt abklären lassen, weil sie immer wieder Probleme mit den Mandeln hat. Dort wurde eine chronische Mandelentzündung festgestellt. Aktuell spricht aber erst einmal nichts dagegen, dass sie singen kann.
Ich habe trotzdem zu ihr gesagt:
„Wir können es auch lassen.“
Aber nein.
Sie möchte singen.
Also gut.
Auf geht’s.
Alles gepackt, ins Auto gesetzt und eigentlich wollten wir gerade losfahren.
Bing, bing.
Nachricht vom Zug.
Ihr Zug verspätet sich um zwei Stunden.
Na wunderbar.
Das hätte bedeutet, dass wir zwei Stunden am Hauptbahnhof gesessen und gewartet hätten.
Zum Glück kam die Nachricht noch rechtzeitig.
Also wieder raus aus dem Auto.
Zurück ins Haus.
Und warten.
Wenn man schon irgendwo zwei Stunden herumsitzen muss, dann wenigstens zu Hause.
Eine Stunde später haben wir einen neuen Versuch gestartet.
Diesmal tatsächlich bis zum Bahnhof.
Durch die Verspätung war unsere Zugbindung aufgehoben und wir fanden eine andere Verbindung, mit der wir zumindest etwas früher nach Berlin kommen konnten.
Allerdings mit dem kleinen Hinweis:
Der Zug ist komplett ausgelastet.
Also noch schnell Sitzplätze reserviert.
Und darüber war ich spätestens beim Einsteigen wirklich froh.
Der ICE war rappelvoll.
Aber wir hatten unsere Plätze.
Wir saßen.
Es ging los.
Berlin, wir kommen.
Dachten wir.
Denn unser ICE hatte offenbar andere Pläne.
Irgendein technischer Defekt sorgte dafür, dass wir plötzlich nur noch mit ungefähr 50 km/h durch die Landschaft dümpelten.
Mit einem ICE.
Das muss man auch erst einmal schaffen.
Und weil wir dadurch natürlich den ganzen Zugverkehr hinter uns aufgehalten haben, standen wir immer wieder an Bahnhöfen und ließen andere ICEs an uns vorbeifahren.
Da sitzt man also in einem Hochgeschwindigkeitszug und schaut dabei zu, wie die anderen Hochgeschwindigkeitszüge einen überholen.
Ganz klasse.
Irgendwann waren wir einfach nur noch müde.
Aufregung.
Erkältung.
Verspätung.
Ein voller Zug.
Und ein ICE, der beschlossen hatte, heute lieber gemütlich zu machen.
Mit ungefähr zweieinhalb Stunden Verspätung kamen wir schließlich tatsächlich in Berlin an.
Und ich kann euch sagen: Selbst die knapp 20 Minuten Fußweg bis zum Hotel fühlten sich inzwischen an, als hätte uns jemand noch eine kleine Abschlussprüfung für diesen Tag eingebaut.
Aber was soll’s.
Wir waren da.
Endlich.
Im Hotel angekommen, haben wir unsere Sachen abgestellt und uns erst einmal an die Bar gesetzt.
Alkoholfreie Cocktails bestellt.
Durchgeatmet.
Uns umgeschaut.
Und eigentlich brauchte es keine vielen Worte mehr.
Wir haben es erst einmal bis hierhin geschafft.
Morgen ist der große Tag.
Was dort passiert, wissen wir noch nicht.
Aber für heute reicht es.
Wir sind in Berlin.
Wir sind angekommen.
Und jetzt darf dieser Tag einfach zu Ende gehen.
Bereich: Familie & Kinder
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