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Dorfleben ist doch was Schönes
Persönlicher BeitragAktuelles18. August 2026· 3 Min. Lesezeit

Dorfleben ist doch was Schönes

Dorfleben ist doch was Schönes. Man hat Ruhe, Natur und so einige kleine Besucher – und natürlich genau dann eine Maus im Haus, wenn der Mann nicht da ist.

Also wirklich.

Wie ihr ja mittlerweile wisst, ist mein Mann gerade nicht da. Warum und wieso – das ist auch so eine Geschichte. Die erzähle ich euch ein anderes Mal.

Jedenfalls wohnen wir auf dem Dorf.

Und wer auf dem Dorf lebt, weiß: Hier kreucht und fleucht so einiges.

Ohne unsere Katzen würde es wahrscheinlich überhaupt nicht gehen. Die Mäuse würden bei uns Samba tanzen.

Und natürlich – wirklich IMMER – wenn mein Mann nicht da ist, haben wir irgendeinen kleinen Besucher in der Wohnung, der da definitiv nicht hingehört.

Diesmal: eine Maus.

Wobei „diesmal“ eigentlich falsch ist.

Wir hatten nämlich gerade erst eine.

Und ich muss dazu sagen: Ich finde Mäuse grundsätzlich überhaupt nicht schlimm. Wenn draußen mal eine an mir vorbeihuscht, erschrecke ich mich zwar, aber ich ekel mich nicht davor.

Draußen darf eine Maus Maus sein.

Da gehört sie hin.

Aber in meiner Wohnung?

Nein.

Da hört meine Begeisterung dann doch ein kleines bisschen auf.

Ich will einfach keine Maus in meiner Wohnung haben.

Meine Schwiegermutter hatte mir beim letzten Mal schon geholfen. Und ich bin wirklich froh, dass sie bei solchen Sachen immer für mich da ist. Egal ob Spinne, Maus oder was auch immer beschlossen hat, sich ausgerechnet bei mir in der Wohnung umzuschauen.

Denn erstaunlicherweise passiert so etwas bevorzugt dann, wenn mein Mann nicht da ist.

Eigentlich dachte ich, das Thema Maus wäre damit erst einmal erledigt.

Bis heute Abend.

Ich wollte eigentlich nur noch das Essen nach oben bringen und dann ins Bett gehen. Wir haben oben einen großen Kühlschrank stehen und ich hatte schon alles zusammengesucht, was noch reinmusste.

Und plötzlich höre ich es rascheln.

Dieses ganz leise Rascheln, bei dem man eigentlich schon ahnt, dass da irgendwas nicht stimmt.

Ich gehe rein.

Und da huscht sie.

Eine Maus.

Ich habe geschrien.

Nicht so ein kleines erschrockenes „Huch“.

Nein.

Ich habe richtig geschrien.

Mein Hund und mein Sohn kamen sofort angerannt.

Und natürlich fanden die beiden die ganze Situation wesentlich lustiger als ich.

Ich stand nur da und wollte eigentlich genau eine Sache:

„Mach das schnell zu! Hol das Essen raus!“

Denn bevor die Maus anfängt, irgendetwas anzufressen, was eigentlich für uns gedacht ist, war für mich die Sache ziemlich eindeutig:

Alles raus.

Tür zu.

Und dann standen wir da.

Meinen Sohn hättet ihr übrigens sehen müssen.

Ganz vorsichtig.

Bloß nicht zu nah ran.

Eigentlich genauso wie ich.

Natürlich wissen wir beide, dass die Maus wahrscheinlich viel mehr Angst vor uns hat als wir vor ihr.

Das ist uns vollkommen klar.

Aber dieses Wissen hilft erstaunlich wenig, wenn plötzlich etwas Kleines mit Schwanz durch die eigene Wohnung flitzt.

Die Maus darf sehr gerne leben. Sie darf nur bitte woanders leben.

Draußen.

Auf dem Feld.

Im Garten.

Von mir aus kann sie dort mit ihrer gesamten Großfamilie Samba tanzen.

Aber nicht in meiner Wohnung.

Jetzt ist jedenfalls die Tür zu, das Essen ist in Sicherheit und morgen müssen wir uns erst einmal um unser Mäuseproblem kümmern.

Und ich gehe ins Bett.

Zumindest theoretisch.

Denn praktisch werde ich wahrscheinlich bei jedem Rascheln wieder senkrecht im Bett stehen.

Ach ja.

Dorfleben ist doch was Schönes.

Bereich: Aktuelles

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